Interview: Maximilian Zielosko von BuchhaltungsButler

Interview: Maximilian Zielosko von BuchhaltungsButler

Herr Zielosko, welches Problem wollen Sie mit BuchhaltungsButler lösen?

Mit dem BuchhaltungsButler wollen wir eine Software entwickeln, welche die manuellen Tätigkeiten der Finanzbuchhaltung wie das Kontieren der Geschäftsvorfälle oder das Sortieren der Belege zum Kontoauszug automatisiert. Unsere Software soll so intuitiv sein wie die Online Buchhaltung von z.B. Lexoffice, den Ansprüchen genügen die Kunden an z.B. Lexware haben – und durch maximalen Automatismus die Prozesse automatisieren. Unser Fokus liegt vor allem auf der Automatisierung der Prozesse, um Zeit- und Kostenersparnisse von bis zu 80% zu ermöglichen. Das Thema Buchhaltung soll keine lästige Pflichtaufgabe, sondern für jedermann einfach, schnell und günstig zu erledigen sein.

Wer sind Ihre Wettbewerber und wie setzen Sie sich gegen die Konkurrenz durch?

Es gibt meiner Ansicht nach drei Kategorien von Anbietern: Anbieter von Online Buchhaltungstools wie bspw. Lexoffice, sevDesk und Debitoor, die aus der Fakturierung kommen und nach und nach Buchhaltungsfunktionen ergänzen. Diese Tools sind für Freiberufler und Kleinunternehmer klasse.

Dann gibt es die alteingesessenen Anbieter von Buchhaltungssoftware wie Lexware, Agenda oder DATEV. Hier sind fundierte Buchhaltungskenntnisse notwendig, welche oft bei kleineren GmbHs nicht vorhanden sind. Der Funktionsumfang der erstgenannten Anbieter reicht aber für diese Unternehmen oft nicht aus. Und dann gibt es einige neue Anbieter, wie etwa Candis und Smacc. Hier wird auf Automatismus gesetzt aber das Kontieren einem Profi überlassen – für viel Geld.

BuchhaltungsButler hat Schnittmengen mit allen Anbietern, geht aber einen sehr eigenen Weg: Wir möchten Unternehmen mit einem kaufmännischen Grundverständnis ein Tool an die Hand geben, um eine umfangreiche Buchhaltung günstig automatisiert zu erledigen oder für die finale Plausibilisierung für den Steuerberater aufzubereiten. Dies ist unser Alleinstellungsmerkmal und wird so bisher von keinem anderen Anbieter angeboten.

Planen Sie, Ihr Geschäftsmodell in andere Länder zu exportieren?

Ja, es ist definitiv geplant das Modell auch in anderen Ländern umzusetzen. Die positiven Erfahrungen auf dem deutschen Markt zeigen uns, dass die Nachfrage nach Automatisierungslösung in der Unternehmenswelt stetig steigt.

Aktuell arbeiten wir daran, das Modell des BuchhaltungsButlers auch in Österreich und der Schweiz anzubieten. Die Umsetzung mit den länderspezifischen Kontenrahmen und Steuergesetzen Österreichs und der Schweiz wird voraussichtlich noch dieses Jahr erfolgen. Im Anschluss werden gegebenenfalls weiter Länder folgen.

Erwarten Sie im Markt mittelfristig eine Konsolidierung auf Anbieterseite?

Ich denke, dass eine stärkere Konsolidierung auf Anbieterseite eher nicht zu erwarten ist. Buchhaltungssoftware ist kein „Winner-takes-it-all“ Markt. Besonders in der Buchhaltung ist es eher wahrscheinlich, dass sich Anbieter auf Nischen spezialisieren oder in erster Linie einzelne Berufsgruppen ansprechen. Es wird immer Kunden geben die eine Software favorisieren, und andere Kunden, die eine andere Software favorisieren.

7. Februar 2017

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